DIAGNOSE


Diagnose

Eine Früherkennung der Erkrankung ist für den Therapieerfolg und die Lebensqualität der Betroffenen maßgeblich. Durch Anamnese, klinische Untersuchung (Inspektion und Palpation) und Ausschluss möglicher Differentialdiagnosen kann die Diagnose Lipödem gestellt werden. Viele bildgebende Verfahren und Funktionsuntersuchungen können zur Darstellung des subkutanen Fettgewebes und zur Darstellung des lymphatischen Systems durchgeführt werden, diese sind allerdings für die Diagnose Lipödem nicht beweisführend und somit auch leitliniengerecht für die Diagnosestellung des Lipödems nicht notwendig. Sinnvoll ist die Anwendung solcher Verfahren zum Ausschluss möglicher Differentialdiagnosen.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht der möglichen Differentialdiagnosen und ihre charakteristischen klinischen Merkmale:


                    Erkrankung
                  
LipödemLipohypertrophieAdipositasLymphödem
Fettvermehrung+++++++++(+)
 

Symptom

 

Disproportion++++++(+)+
Ödem1+++(+)+++
Druckschmerz+++
Hämatomneigung+++(+)

1: Die Ausprägung der Schwellung variiert abhängig von dem Stadium und der Vortherapie

*Quelle: www.awmf.org, S1-Leitlinie Lipödem

Wenn Sie sich mit den o.g. Symptomen noch nicht an einen Arzt gewendet haben, empfehlen wir zunächst eine Abklärung der venösen Gefäße bei einem Phlebologen oder Gefäßchirurgen, da eine Fehlfunktion der Venen zu einem ähnlichen Beschwerdebild wie im Anfangsstadium des Lipödems führen kann.

Am Universitätsklinikum Bonn als Krankenhaus der Maximalversorgung sind alle Fachrichtungen vertreten. Dies ist für Sie als Patientin von großem Vorteil, weil alle medizinischen Fragestellungen hausintern abgeklärt werden können.




Begleitende Adipositas


Bei einigen Patientinnen, insbesondere bei sehr stark ausgeprägtem Lipödem, liegt zusätzlich noch eine Adipositas vor. Diese ist unabhängig vom Lipödem zu sehen und zu behandeln. Viele Patientinnen haben bereits zahlreiche, meist frustrane Diäten hinter sich. Einen Effekt sehen die wenigsten, insbesondere weil die Diät auf das Lipödem nur wenig Einfluss hat. Einen entscheidenden Einfluss hat daher, unserer Erfahrung nach, die Operation. Danach erleben die Patientinnen einen direkten Effekt und sind nach der Abheilungsphase daher wesentlich motivierter, auch die Adipositas – dann erfolgreich – mit Diät anzugehen. Darüber hinaus ist auch in der Operations- und Heilungsphase eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung wichtig. Eine morbide Adipositas sollte allerding vor einer Liposuktion an einem Adipositas Zentrum behandelt werden.

Beratung durch uns:

Gutachten

Sollten Sie ein Gutachten für Ihre Krankenkasse benötigen, sind wir selbstverständlich jederzeit bereit dazu, Ihnen eine ausführliche Stellungnahme zur Verfügung zu stellen. Da die operative Behandlung des Lipödems zurzeit noch keine Kassenleistung darstellt, ist die Erstellung eines Gutachtens gebührenpflichtig und wird nach den Richtlinien der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) erstellt. Sie müssen mit Kosten von ca. € 100,- rechnen. Grundsätzlich muss festgehalten werden: Nur extrem ausgeprägte Fälle haben zur Zeit Aussicht auf Erfolg bei einer Beantragung zur Kostenübernahme bei den Krankenkassen.

Zweitmeinung

Einige Patientinnen konsultieren verständlicherweise mehrere Plastische Chirurgen oder Chirurginnen, um sich ein optimales Bild von der Behandlung zu machen. Für uns ist es daher selbstverständlich, wenn Sie zur Einholung einer Zweitmeinung zu uns kommen. Wir werden Sie neutral und umfassend untersuchen und beraten, sodass Sie zu einer endgültigen Entscheidung kommen können. Kontaktieren Sie uns daher jederzeit und ohne Sorgen und Zweifel!