WAS IST EIN LIPÖDEM?

Was ist ein Lipödem?

Das Lipödem, auch Lipomatosis dolorosa (schmerzhafte Fettverteilungsstörung) genannt, ist eine Erkrankung, die nach neuesten Schätzungen ca. 11% der erwachsenen Frauen weltweit betrifft. Es ist charakterisiert durch eine symmetrische Fettverteilungsstörung mit übermäßiger Fettansammlung vor allem an den Beinen und in ca. 30% zusätzlich an den Armen. Dabei sind nahezu ausschließlich Frauen betroffen.



Typische Hinweise auf ein Lipödem sind eine ungleiche Fettgewebsvermehrung an den Extremitäten, insbesondere den Beinen, ein Kalibersprung von den Unterschenkeln zum Knöchelbereich (sogenannte Kragenbildung), eine Neigung zu schnellen Blutergüssen an der Haut, ein Schwere- und Spannungsgefühl, eine Berührungsschmerzhaftigkeit und eine Ödembildung der betroffenen Extremitäten. Hormonelle Veränderungen in Pubertät, Schwangerschaft und Menopause können zu einem Fortschreiten der Erkrankung führen. Auch genetische Komponenten spielen offensichtlich eine Rolle, sodass es zu einer familiären Häufung der Erkrankung kommen kann. Stress und häufiges, langes Stehen können zu einer Verschlimmerung der Symptome führen.


Trotz Sport, Diät, Lymphdrainagen und Kompressionsstrumpfhosen führen die Symptome des Lipödems bei Betroffenen oftmals zu erheblichen Einschränkungen im Alltag, Beruf, in der Familie und Freizeit. Zudem vergehen oftmals Jahre bis zur Diagnosestellung, sodass die Betroffenen häufig einen langen Leidensweg hinter sich haben.

In vielen Fällen sind die Patientinnen fehldiagnostiziert, z.B. mit Adipositas (ernährungsbedingtem Übergewicht) oder Lymphödem und werden so oft jahrelang einer falschen oder ineffektiven Therapie zugeführt. So kann zum Beispiel mit einer Diät keine Volumenreduktion oder Linderung der Beschwerden erzielt werden.

Dabei spielt gerade der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle beim Lipödem, da man mittlerweile weiß, dass es sich um eine fortschreitende Erkrankung handelt. Das Lipödem beginnt gewöhnlich in Phasen einer hormonellen Veränderung, wie es beispielsweise in der Pubertät, bei Schwangerschaften oder in den Wechseljahren der Fall ist. Derzeitige Forschungsergebnisse deuten zudem auf eine familiäre Häufung beim Lipödem hin. Aufgrund der großen Unsicherheit bei der Diagnosestellung wird von einer hohen Dunkelziffer unerkannter Fälle ausgegangen.

Durch das zunehmende Fettgewebsvolumen an Oberschenkel- und Knieinnenseiten ereignet sich in ausgeprägten Fällen eine Fehlstellung der Beine mit langfristig höherem Risiko für Gelenkschäden (Gon- und Coxarthrose) sowie Geheinschränkung. Das Gangbild wird daher bei fortschreitendem Verlauf erheblich eingeschränkt und die Haut an den Innenseiten der Beine ist einer hohen Reibung und somit Irritationen und Infektionen ausgesetzt.